Brüssel forciert eine Verkehrswende

Natürlich ist sie in Metropolen wie Berlin und München ein Dauerthema: Die Verkehrswende. Und auch in nordrhein-westfälischen Ballungsräumen wie Düsseldorf, Köln und Bonn gibt es zahlreiche Initiativen pro Verkehrswende. Was in deutschen Städten aber zäh vonstatten geht, ist in einigen europäischen Nachbarstädten deutlich weiter – in Amsterdam und Paris etwa. Oslo ist sogar auf dem Weg, die erste klimaneutrale Stadt zu werden, und nun schickt Brüssel sich an, eine autofreie Innenstadt zu forcieren.

Erinnern Sie sich an den ersten sogenannten Lockdown im März 2020? Wann auch immer man vor die Tür ging, fühlte es sich an wie Heiligabend um 17 Uhr. Zwar waren die Straßen dicht an dicht beparkt, weil fast niemand mehr das Auto bewegte; es wurde so aber auch vorstellbar, wie ruhig, sauber und ungefährlich Straßen und Wege ohne Autoverkehr sein könnten. Dies brachte wohl auch den Bürgermeister von Brüssel, Philippe Close, ins Grübeln. Ab Mai preschte die belgische Hauptstadt dann vor: Innerstädtische Quartiere wurden temporär zu privilegierten Zonen für Fußgänger und Radfahrer, was Philippe Close veranlasste, die Erprobung einer „Vélorution“ auszurufen. Mit gerade mal 20 km/h durften Autos sich in diesen Zonen bewegen, Ampelanlagen wurden abgeschaltet bzw. auf Blinklicht umgeschaltet – bei 20 km/h musste das reichen. Dem norwegischen Vorbild Oslo folgend, geht Brüssel seitdem diesen Weg ganz ähnlich weiter, und vor dem Hintergrund der seit Monaten andauernden Pandemie zeigt auch die Bevölkerung immer mehr Akzeptanz und Bereitschaft. Seit 1.1.2021 gilt jedenfalls jetzt Tempo 30 km/h in Brüssels Innenstadt.