Benzinpreise im Lockdown

Als im Frühjahr 2020 noch niemand wusste, wie schwer die Auswirkungen der Corona-Pandemie wohl werden würden, lähmte das zunächst mal die gesamte Wirtschaft. Die Nachfrage nach Rohöl sank deutlich, das wiederum bildete sich an den Tankstellen ab. Man konnte dabei zusehen, wie der Benzinpreis über den Tag in den Keller ging. Nach dem ersten so genannten Lockdown war dieser Trend entsprechend rückläufig – die Preise pendelten sich wieder auf das vorherige Niveau ein. Ganz anders ist die Situation in der aktuellen Phase der Corona-Krise.

Als gegen Ende 2020 ein erneuter Lockdown angekündigt wurde, blickte man gespannt auf die großen Zahlen an den Tankstellen. Doch trotz der längst wieder in Kraft getretenen, teils massiven Einschränkungen lassen sich diesmal keine niedrigen Benzinpreise finden – im Gegenteil. Und das hat direkt mehrere Gründe.
So sind zwar wieder zahllose Branchen nicht weniger betroffen als im vergangenen Frühjahr, jedoch ist die Ungewissheit nicht bis zur Lähmung ausgeprägt. Staatliche Hilfsgelder flossen und fließen; eine große Mehrheit in der Bevölkerung hält sich erneut an die Auflagen, „versteckt“ sich aber nicht zu Hause, sondern ist mobiler als noch im ersten Lockdown 2020. Nicht zuletzt liegt sehr viel Hoffnung auf dem Impfstoff, der nun seit Anfang 2021 verimpft wird.
Allein das und der daraus insgesamt zuversichtlichere Blick nach vorne treibt den Ölpreis in die Höhe. On top kommt noch seit Jahresbeginn die wieder auf 19 Prozent gestiegene Mehrwertsteuer.
Ganz wesentlich fällt aber das neue Gesetz für mehr Klimaschutz ins Gewicht. Um Anreize zu erhöhen, den fossilen Kraftstoffverbrauch deutlich zu verringern, soll der CO2-Preis von derzeit 25 Euro pro Tonne auf 55 Euro pro Tonne bis 2025 steigen. Solch drastische Schwankungen wie im Jahr 2020 sind also nicht unbedingt zu erwarten. Das Klimaschutzgesetz bewirkt aktuell jedoch eine Preissteigerung von gut 7 Cent pro Liter bei Benzin; bei Dieselkraftstoff liegt die Steigerung bei rund 8 Cent pro Liter.